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Sportplatzgeschichte des SVS-Griesheim

 Nach Gründung des Sportvereins St. Stephan im Jahr 1953 wurde, hauptsächlich von den Fußballspielern, östlich der St.Stephanskirche auf sandigem Boden ein Spielfeld errichtet.

Das Gelände war Eigentum der Bundesrepublik Deutschland und wurde, damals wie heute, von den US-Streitkräften genutzt. Die „Aneignung“ des Sportfeldes verlief folgendermaßen: bei einer Zusammenkunft von Vereinsmitgliedern wurde beschlossen, dass man das erforderliche Fußballfeld einmessen, und mit Toren versehen werde. Gesagt, getan – ohne ein Wort an die Eigentümer oder Nutzer zu verlieren. Die geschaffene Tatsache wurde sowohl von der Bundesvermögens-verwaltung als auch von den Amerikanern, wenn auch unter Protesten, von 1953 – 1968 hingenommen.

Proteste der Bundesverwaltung bestanden aus schriftlichen Strafan-drohungen und Aufforderungen zum Abbau des Spielfeldes. Von amerikanischer Seite fuhr gelegentlich MP (Militärpolizei) auf und deutete an, dass man verschwinden solle. Etwa 1958 – 1960 errichteten die US-Streitkräfte an zwei Seiten bis auf 2,0 m an das Spielfeld Stacheldraht. Bälle, die in diesen Bereich flogen – soweit sie noch ganz waren – gaben US-Wachmannschaften nur sehr zögernd wieder heraus. Zwischendurch wurden auch mehrmals Fundamente – ca. 1,0 m x 1,0 m x 1,0 m – in der Mitte des Spielplatzes errichtet. Nach US-Angaben sollte diese Stelle strategisch am günstigsten liegen.

St.Stephaner Vereinsanhänger sahen dies damals jedoch anders und bauten die tags erstellten Fundamente nachts wieder ab, bis die Amerikaner auf den Wiederaufbau verzichteten.

Unter diesen Platzverhältnissen Fußball zuspielen, erforderte großen Idealismus. Insbesondere war es stets ein Opfer für die Gastvereine, die bessere Verhältnisse gewohnt waren, in St. Stephan Fußball zu spielen.

Nach jedem Spiel war der sandige Platz aufgewühlt und musste eben geschleift werden. Geldmittel für eine wesentliche Spielfeldverbesserung konnten von keiner Seite genehmigt werden, da die Eigentumsfrage ungeklärt war.

Mit großer Mühe versuchten die jeweiligen Vereinsvorsitzenden, wie Andreas Marx, Josef Penninger, Karl Kiel und Adam Müller mit ihren Vorstandskollegen trotzdem immer wieder, durch Anträge und Proteste an den verschiedensten Stellen (Pfarrer Peter Schröder schrieb sogar an US-Präsident Kennedy) Änderungen herbeizuführen. Alle Anträge scheiterten aber, weil kein Gelände zur Verfügung stand.

Bei vielen Mitgliedern machte sich wegen den Platzverhältnissen schon Resignation breit. Man glaubte nach so vielen Versuchen kaum noch an eine Besserung.

 Ende 1967 waren zwei Spargelbauern bereit, ihre Felder auf dem heutigen Gelände des SVS Griesheim in einer Größe von ca. 25.000 qm gegen eine Ablösung aufzugeben. Dem damaligen Vorsitzenden des SV St. Stephan und Stadtverordneten in Darmstadt, Adam Müller, ist es innerhalb kurzer Zeit gelungen, die notwendigen Geldmittel für den Spielanlagenaufbau bei der Stadt Darmstadt und dem Land Hessen zu erhalten. Er wurde damals von Bürgermeister Dr. Borsdorf und Sportamtsleiter Wegerhof tatkräftig unterstützt.

Mit der Bauleitung für den Hart- und Rasenplatz sowie die Beleuchtungs- und Berieselungsanlage wurde Matthias Keller (damals 2. Vorsitzender) betraut. Er wurde von zahlreichen Mitgliedern, wie Josef Willi, Ferdinand Till, Franz Weber, Alois Lachmann, Michael Czemmel, Hans Bayer und anderen, mit Eigenleistung tatkräftig unterstützt.

Der Hartplatz konnte Ende 1968 in Betrieb genommen werden. Für die sporttreibende Jugend und die Anhängerschaft des Vereins war dies nach einer so langen Ungewissheit über den Fortbestand des Fußballs ein großes Ereignis. Es folgte die Installation der Flutlichtanlage für den Trainingsbetrieb und 1970 die Herstellung des Rasenplatzes mit einer Berieselungsanlage. Der Rasenplatz wurde im Frühjahr 1972 für den Spielbetrieb freigegeben. Aufgrund der freien Lage der Spielfelder und damit zu erwartender Wind- und Sandstürme entschloß man sich, die abgetragene Erde um die Spielfelder herum als Sandwälle zu errichten.

Vor den jetzigen Bauten des SVS diente eine von der Stadt Darmstadt bereitgestelle Baracke von 20 m x 4,5 m als Umkleideraum für die Mannschaften und Schiedsrichter.

Die Gesamtausgaben beliefen sich für die genannten Maßnahmen bis Ende 1971 auf ca. 250.000,-- DM.

Ohne die Treue und Opferbereitschaft der damaligen Mitglieder, die sich durch Rückschläge und düstere Aussichten nicht davon abhalten ließen, für ihren Verein zu arbeiten, wäre die heutige gute Entwicklung des SVS Griesheim nicht möglich gewesen.

 

 Im Mai 1992

Matthias Keller

 

 

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